Foto einer Person of Colour gekleidet in ein weites, olivgrünes Sweatshirt und eine weiß-graue lange Pyjama-Hose, die mit leicht angezogenen Knien vor einem Sofa in einem ordentlich aufgeräumten Wohnzimmer sitzt, mit dem Rücken gegen das Sofa gelehnt, Becher in der Hand, nachdenklich in die Ferne blickend

Ein Leitfaden zur Vorbereitung und Nachsorge von ambulanten, gynäkologischen Eingriffen

Als ich kurz vor meiner vaginalen Polyp-Entfernung in meiner kleinen Kabine auf dem Krankenhausbett lag und darauf wartete, dass ich an die Reihe käme, schossen mir eine Million Fragen durch den Kopf:

Wie lange würde die OP eigentlich dauern? Bekäme ich einen Tubus zur Beatmung unter Narkose? Wie würde der Schnitt von der Polyp-Entfernung kauterisiert? Würden sie nähen? Welche anderen Maßnahmen könnten während der OP nötig werden, von denen ich erst nach dem Aufwachen erfahren würde, dass sie stattgefunden haben?

Ich hatte völlig vergessen, diese Fragen zu stellen …

Oder sagen wir so, diese Fragen waren erst in den letzten Tagen aufgekommen, als der Temin näher rückte und mir so richtig bewusst wurde, was mir bevorstand (ohne die Möglichkeit für eine zweite Vorbesprechung, um meine letzten Fragen zu klären).

Ich hatte zwar bereits Klient*innen auf solche Eingriffe vorbereitet, aber total verpeilt, meinen eigenen Rat zu befolgen, bis ich da splitterfasernackt in meinem Krankenhauskittel lag, Häubchen auf dem Kopf, und gleich in den OP geschoben werden sollte.

Aber da ich gerne versuche, das Beste aus einer Situation zu machen, dachte ich dieser kleine Leitfaden könnte zumindest DIR dabei helfen, aus meinen Fehlern zu lernen – damit du vor einem ambulanten, gynäkologischen Eingriff all die Fragen stellen kannst, die du hast und entsprechende Maßnahmen für die Nachsorge triffst :-)

Dekoratives Element: lachsfarbenes Blumenornament als Trenner zwischen einzelnen Abschnitten

In meinem Fall war der Eingriff eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und Entfernung eines Polyps am Muttermund (Zervix). Aber durch die anderen ambulanten Patien*innen und meine eigene Recherche weiß ich, dass heutzutage schon eine Vielzahl von Eingriffen ambulant durchgeführt werden kann.

Und auch wenn deine Situation eine andere sein wird als meine, glaube ich, dass dieser kleine Leitfaden für die Vorbereitung und Nachsorge der folgenden Eingriffe gut geeignet ist:

  • Diagnostische Hysteroskopie (Spiegelung der Gebärmutter zur Untersuchung der Gebärmutterhöhle mithilfe einer kleinen teleskopischen Kamera, die durch den Zervix (Gebärmutterhals) eingeführt wird)
  • Operative Hysteroskopie (Entfernung von Polypen (i.d.R. gutartige Geschwulste) und anderen Unregelmäßigkeiten/Veränderungen aus der Gebärmutterhöhle und/oder dem Gebärmutterhals, ebenfalls mit Zugriff durch den Gebärmutterhals)
  • Ausschabung der Gebärmutterhöhle (teilweise Entfernung der Gebärmutterschleimhaut zur diagnostischen Abklärung oder als Behandlung)
  • Einsetzen einer Spirale zur Verhütung
  • Schwangerschaftsabbruch
  • Sterilisation
  • Diagnostische Laparoskopie (Bauchspiegelung zur Untersuchung der äußeren Gebärmutter, Eierstöcken und/oder Eileitern mithilfe einer kleinen Kamera, die durch einen Einschnitt in der Bauchdecke eingeführt wird, um z.B. Ursachen von Menstruationsbeschwerden oder unerklärte Kinderlosigkeit abzuklären)
  • Operative Laparoskopie (Entfernung von Polypen, Zysten, Verwachsungen oder sogar Endometriose-Herden, die an der äußeren Gebärmutter, den Eierstöcken, den Eileitern oder anderen Bauchorganen sitzen können, durch mehrere kleine Einschnitte der Bauchdecke)

Hinweis:

Dies ist KEIN medizinischer Rat! Es ist meine persönliche Erfahrung in Deutschland, ergänzt durch die Erfahrung meiner Klient*innen aus UK und den USA, die ich durch solche Eingriffe begleitet habe und kann je nach Praxis oder Krankenhaus unterschiedlich aussehen.

Bitte beachte in jedem Fall die Informationen, Ratschläge und Anweisungen deines medizinischen Fachpersonals!

Vorbereitung

Spiel es vorher im Kopf durch

Um zu vermeiden, dass du wie ich da auf deinem Krankenhausbett liegst und über all die Fragen nachdenkst, die du hättest stellen können/sollen/wollen (und von denen du vielleicht bis dahin gar nicht wusstest, dass du sie hast), nimm dir Zeit den ganzen Prozess vorher einmal im Kopf durchzuspielen – idealerweise sobald du weißt, dass ein Eingriff bevorsteht und noch vor der Vorbesprechung mit der operierenden Ärzt*in.

Gehe jeden Schritt deiner Reise durch, vom Betreten der Praxis am Tag des Eingriffs bis du danach wieder abgeholt wirst und sie verlässt, und schreibe alle Fragen auf die du zu den einzelnen Schritten hast!

Im Vorgespräch selbst, stell sicher, dass du alle Details des Eingriffs kennst und alle möglichen Einschränkungen und Nachwirkungen, die du anschließend haben könntest/haben wirst, damit du dich mental und physische vorbereiten kannst und dir entsprechend Unterstützung besorgst.

Je nach Eingriff sind hier einige Fragen als Inspiration:

  • Was geschieht nachdem du die Praxis am Tag des Eingriffs betrittst? Wo bringen sie dich hin, bekommst du deinen eigenen Raum oder deine eigene Kabine, um dich auszuziehen und runterzukommen, was passiert noch alles vor dem eigentlichen Eingriff?
  • Welche konkreten Schritte sind für den Eingriff geplant und wie lange wird er erfahrungsgemäß etwa dauern?
  • Gibt es weitere Maßnahmen oder Schritte, die sie ggf. spontan durchführen werden, während du nicht bei Bewusstsein bist, je nachdem, was sie finden?
  • Wie läuft die Narkose ab und wie wird deine Atmung dabei unterstützt (Atemmaske, Tubus etc.)?
  • Werden sie ein Gas nutzen, um deine Gebärmutterhöhle oder deinen Bauchraum für besseren Zugang aufzublähen? (Wenn ja, bereite dich gut für die Nachsorge vor, siehe unten.)
  • Werden sie eine Spülflüssigkeit nutzen, um Blut und Gewebe auszuleiten? (Gut zu wissen, damit du dein Lymphsystem in Schuss bringen kannst, um die Chemikalien hinterher schnell wieder aus deinem Körper hinaus zu spülen.)
  • Wenn sie Gewebe entfernen (z.B. Polypen, Zysten, Verwachsungen), wie wird das kauterisiert? Werden sie die Wunde(n) vernähen müssen?
  • Wie verläuft der Aufwach-Prozess, wirst du alleingelassen, sodass du in deinem eigenen Tempo aufwachen kannst, werden sie nach dir gucken kommen, gibt es eine zeitliche Begrenzung, wie lange du dort liegen bleiben kannst, bis du wieder voll wach und dein Kreislauf stabil ist?
  • Wie lange ist die typische Genesungszeit?
  • Welche Einschränkungen erwarten dich in den ersten Tagen oder Wochen (z.B. kein duschen, kein baden, kein Sport etc.)?
  • Falls es auf deinen Fall zutrifft: Wie lange kann es nachbluten, was ist normal und wann solltest du dich wieder melden, um das abzuklären?

Mein Rat: Geh ihnen auf die Nerven! ;-)

Keine Frage ist zu trivial oder unwichtig – je mehr du darüber weißt, was genau bei jedem Schritt deiner Reise geschieht, umso besser kann sich dein Nervensystem entspannen und dem Prozess vertrauen und umso schneller wirst du genesen!

Das medizinische Fach- und Praxispersonal ist darauf trainiert, effizient zu sein, und wird dir wahrscheinlich nur das Nötigste erklären, was es muss (ein kurzer Überblick über den Eingriff, sowie die Risiken). Nach meiner Erfahrung sind sie aber sehr zuvorkommend, wenn du Fragen mitbringst und versuchen alle möglichst gut zu beantworten – solange du sie parat hast, wenn sie gerade Zeit für dich haben.

Daher will ich noch einmal betonen, wie wichtig es ist, dass du genug Zeit und Raum zu Hause hast, damit diese Fragen im Vorfeld hochkommen können.
Vielleicht stellen sie sich auch erst nach dem Vorgespräch, dann schau, ob dir entweder das Praxispersonal weiterhelfen kann oder du noch ein zweites Vorgespräch bekommst, um auch diese Fragen zu klären.

Höre auf dein Bauchgefühl

Nach deinem Vorgespräch, idealerweise erst, wenn du wieder zu Hause bist oder zumindest in einer anderen Umgebung, spür nochmal nach und frage dein Bauchgefühl:

Fühlt sich die Praxis wie ein sicherer Ort für dich und deinen Körper an? Fühlst du dich dort von Anfang an willkommen, gut betreut und umsorgt? Wirkt das Personal freundlich und zuvorkommend?

Hab keine Angst die Praxis oder den/die Ärzt*in zu wechseln, wenn du dich nicht sicher und gut aufgehoben fühlst! Denn vergiss nicht: Je sicherer und entspannter du dich fühlst, desto leichter und schneller wird deine Genesung verlaufen

Bereite dich schon vor dem Eingriff auf deine Genesung vor

Eine gute Vorbereitung von Körper, Herz, Verstand und Seele wird sich direkt auf die Länge und Qualität deiner Genesung auswirken.
Daher konzentriere dich dabei aufs Wesentliche:

  • Atmung: Trainiere die funktionelle Atmung, um deinen Körper optimal mit Sauerstoff zu versorgen, sanft deine Bauchorgane zu massieren und dein Nervensystem herunterzufahren.
    Das wird dir nicht nur dabei helfen, deinen Körper gut vorzubereiten, sondern auch am Tag der OP nützlich sein, um schwierige und unangenehme Situationen durchzustehen. Als ich zum Beispiel mit meinen rasenden Gedanken im Krankenhausbett lag, konnte ich mich durch die bewusste Atmung besser auf den Moment konzentrieren und sie beruhigen. Und sie half mir, durch das komische Gefühl und den ekligen Geschmack des Narkosemittels hindurch zu atmen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Du wirst mindestens zwei Stunden vor Ankunft in der Praxis nichts mehr trinken dürfen (um zu verhindern, dass unter der Narkose Flüssigkeit in die Lungen läuft), daher stelle sicher, dass du in den Tagen vor dem Eingriff ausreichend trinkst. Das wird auch dabei helfen, dass die Chemikalien und das Narkosemittel schnell wieder aus dem Körper hinausgespült werden.
    Ich habe am Vorabend um 21 Uhr noch zwei Becher Kräutertee getrunken – dadurch musste ich zwar nachts einmal öfter raus, habe mich am nächsten Morgen aber auch richtig gut hydriert und bereit für die OP gefühlt.
  • Lympharbeit: Wenn du dein Lymphsystem noch nicht regelmäßig bearbeitest und pflegst, ist es hilfreich, dieses einige Tage, besser einige Wochen, vor dem Eingriff zu aktivieren und zu stärken.
    Wenn du noch nie eine Lymphmassage bekommen oder eine tägliche Lymph-Routine hast, beginne einfach damit, deinen ganzen Körper von den Zehenspitzen bis hin zu Nacken und Kopf zu massieren. Dadurch schenkst du deinem Körper nicht nur liebevolle Zuwendung und zeigst ihm, dass du dich um ihn kümmerst, so wie er sich um dich kümmert, sondern regst auch auf sehr sanfte Weise dein Lymphsystem an, ohne dass es zu Entgiftungssymptomen kommt.
  • Nimm Kontakt zu deiner Gebärmutter auf: Nimm dir etwas Zeit für dich, schaffe dir eine kleine, gemütliche Ecke und verbinde dich mit deinem Schoßraum und deiner Gebärmutter, um ihr Einverständnis für diesen Eingriff zu bekommen. Oder erkläre ihr zumindest, warum die OP notwendig ist und dass es hilfreich wäre, wenn sie auf deiner Seite ist, damit ihr beide am selben Strang zieht.
    Wenn du noch nie Verbindung zu deinem Schoßraum oder deiner Gebärmutter aufgenommen hast, fühlt sich das wahrscheinlich erstmal komisch an – es gibt keinen richtigen oder falschen Weg hierfür. Vertrau einfach darauf, was sich in dem Moment für dich zeigt.
  • Emotionen: Durch die Verbindung mit deinem Schoßraum/deiner Gebärmutter oder durch all die Gedanken, die du dir zu dem Eingriff machen wirst, können allerlei schwierige und intensive Emotionen bei dir aufkommen.
    Finde einen sicheren Weg (der sicher für dich selbst und andere ist), um Raum für die Emotionen zu halten und sie rauszulassen, z.B. durch weinen/heulen, Kissen boxen, in ein Kissen brüllen (wenn du Nachbarn hast) etc. Es ist völlig normal und zu erwarten, dass du bei so einem Eingriff eine Menge Emotionen durchlebst!

Vorbereitungen auf der Arbeit

Wenn dein Eingriff nicht an einem Montag stattfindet, nimm dir am besten den Tag vorher frei, damit du Zeit hast, ganz in Ruhe letzte Vorbereitungen zu treffen und Raum für deine Gedanken und Emotionen zu haben. Oder baue vorab ein paar Überstunden auf, die du am Tag vor dem Eingriff wieder abbaust.

Wenn du in einer Anstellung bist, schau wie viel Zeit du dir nach der OP für die Genesung nehmen kannst. Je nach Eingriff kannst du mit einer Krankschreibung von ein (Einsetzen einer Spirale) bis fünf Tagen (Gebärmutter- oder Bauchspiegelung) rechnen. Je nach Beziehung zu deinen Vorgesetzen und Mitarbeitenden kannst du sie auch vorab informieren, dass du für ein paar Tage ausfällst.

Wenn du selbstständig tätig bist, sieh zu, dass du mindestens in der ersten Woche nach der OP keine Termine, Kundenprojekte oder andere Verpflichtungen hast.

Und überlege, ob es weitere Dinge gibt, die du beruflich oder privat noch vorbereiten musst oder kannst, um deinen Terminkalender oder deinen Kopf in den ersten Tagen nach dem Eingriff zu entspannen.

Vorbereitungen zu Hause

Schau dass du in den ersten Tagen nach dem Eingriff nicht unbedingt selbst kochen und dich versorgen musst. Lagere ausreichend Lebensmittel für leicht zuzubereitende Mahlzeiten in Kühlschrank und Vorratskammer und bitte ggf. ein Familienmitglied zu kochen oder koche schon mal für 2-3 Tage vor.

Putze und/oder räume schon im Vorhinein dein Heim auf, damit du das nicht gerade machen musst, wenn du frisch aus dem OP kommst.

Sorge dafür, dass du in den ersten 1-2 Tagen nicht ganz alleine bist – hab zum Beispiel ein Familienmitglied da oder bitte eine befreundete Person vorbeizukommen, damit du für den Fall der Fälle zusätzliche Unterstützung hast.

Packe eine kleine Tasche, die du zum Eingriff mit in die Praxis nimmst:

  • Eine Flasche Wasser, um nach dem Eingriff etwas zu trinken
  • Ein Paar Socken oder eine zusätzliche Decke, wenn dir leicht kalt wird (ich weiß noch wie ich große Mühe hatte, dass mir nach dem Eingriff warm wurde, selbst unter der Bettdecke)
  • Hygieneartikel – am besten nutzt du waschbare/wieder-verwendbare Binden oder Periodenslips (oder zumindest schadstofffreie Bio-Binden), damit die sensible, durchlässige Haut im Genitalbereich nicht mehr Giftstoffe und Chemikalien absorbiert als nötig. Tampons wirst du erst wieder nutzen dürfen, wenn alles vollständig verheilt ist!
  • Andere Dinge, die dir für die Wartezeit vor dem Eingriff hilfreich erscheinen (beruhigende Musik, geführte Meditationen, ein beruhigendes ätherisches Öl zum Riechen, …)
  • Ein kleines Kissen, um deinen empfindlichen Bauch auf dem Nachhauseweg vor dem Sicherheitsgurt im Auto zu schützen

Am Tag des Eingriffs

Am Morgen

Die letzte Mahlzeit sollte mindestens 8 Stunden vor Ankunft in der Praxis liegen, idealerweise isst du nicht später als 20 Uhr am Vorabend. Trinke auch mindestens zwei Stunden vor Ankunft in der Praxis kein Wasser oder andere Getränke mehr.

Nutze morgens keine Cremes, Make-Up oder Parfum, komme so „natürlich“ wie möglich zum Eingriff.

Lege all deinen Schmuck ab und lass ihn zu Hause (Ringe, Ohrringe, Piercings etc.) und ziehe gemütliche, weite Kleidung an. Dein Bauch wird nach dem Eingriff sehr empfindlich sein und du verspürst möglicherweise ein Ziehen oder Krämpfe, daher sollte die Kleidung weder deinen Bauch, noch deine Bewegungsfreiheit oder deine Atmung einengen.

Vergiss nicht, deine Tasche einzupacken, und los geht’s!

Hinweis:

Sei dir bewusst, dass sie dich wahrscheinlich schon lange vor dem eigentlichen Eingriff in die Praxis einbestellen und du ggf. eine Stunde oder mehr warten musst, bevor du drankommst. Es ist gut zu wissen, dass sie das mit Absicht machen, damit dein Nervensystem Zeit hat sich zu beruhigen und „anzukommen“.

Je entspannter du bist, desto weniger Narkosemittel werden sie dir spritzen müssen (was immer eine gute Sache ist) und desto schneller und leichter verläuft deine Genesung!

Im Aufwach-Raum

Sobald du im Aufwach-Raum bzw. zurück in deiner Kabine bist, NIMM DIR ALLE ZEIT, DIE DU BRAUCHST!

Es gibt keinen Grund dort so schnell wie möglich wieder wegzukommen, keinen Druck aufzustehen. Erlaube deinem Kreislauf sich nach der Narkose in Ruhe zu erholen – sorge nur dafür, dass dir warm ist und du es gemütlich hast, während du langsam aufwachst!

Erst, wenn du dich danach FÜHLST (nicht, wenn du „denkst du solltest“), setz dich langsam auf und trinke einen ersten Schluck Wasser – aber dräng dich nicht. Jeder Körper hat sein eigenes Tempo!

Trinke zuerst nur wenige Schlucke und warte kurz ab, wie dein Körper sie verträgt. Trinke nicht zu schnell zu viel, sonst kann es sein, dass du das Wasser wieder erbrichst.

Wenn du das Gefühl hast, wieder wach zu sein und dich gut genug erholt zu haben, bleib lieber noch eine halbe Stunde länger liegen ;-)

Achte darauf, dass du nicht zu weit laufen oder dich anstrengen musst, wenn du die Praxis wieder verlässt – das könnte nach hinten losgehen und dazu führen, dass dein Kreislauf zusammenbricht (frag mich, woher ich das weiß ;-)).

Sobald du zurück zu Hause bist, hör auf deinen Körper: Setz oder leg dich noch ein bisschen hin. Iss eine Kleinigkeit. Nimm Schmerzmittel, wenn du sie brauchst!

Dies ist kein Wettrennen und du bekommst keinen Preis für die schnellste Genesung ;-)! Gib deinem Körper die Zeit, in seinem eigenen Tempo zu heilen und gönne dir selbst so viel Ruhe wie möglich.

Nachsorge

Falls ein Gas benutzt wurde, um deinen Bauch oder deine Gebärmutter für besseren Zugang aufzublähen, befindet sich ein Teil davon noch immer in der Gebärmutter- oder Bauchhöhle und wird erst nach und nach in den Blutkreislauf oder in die Lunge aufgenommen und aus dem Körper ausgeschieden. Sanfte Massage, wie oben beschrieben, vielleicht mit einem Tropfen ätherischem Pfefferminzöl, wird dabei helfen diesen Prozess in Bewegung zu setzen und ihn zu beschleunigen.

Wichtig: Es kann sein, dass der vom Gas verursachte Druck in deinem Bauch deine Atmung beeinträchtigt oder sich sogar so anfühlt, als hättest du einen Herzinfarkt, daher beginne deinen Körper hier zu unterstützen, sobald du zu Hause ankommst. Du kannst zum Beispiel auch Pfefferminztee trinken (idealerweise lose Bio-Pfefferminzblätter, nicht gekaufte Beutel, die oft Kunstfasern enthalten …), um die Verdauung, Verarbeitung und Ausscheidung des Gases zu unterstützen.

Abgesehen davon: Mach langsam – im wahrsten Sinne des Wortes!

Bewege dich langsam und bedächtig. Möglicherweise fühlst du dich am ersten Tag schon richtig gut, doch sobald du dich ausgeschlafen hast und das Narkosemittel vollständig abgebaut und ausgeschieden wurde, fühlst du dich plötzlich mehr träge und benebelt als direkt nach der OP (so war es zum Beispiel bei mir). Das ist nicht schlimm und du musst dir keine Sorgen machen, das braucht einfach ein paar Tage!

Gönn dir diese Zeit, ruh dich aus, trinke ausreichend Wasser und Kräutertee und iss leichtverdauliche, nährstoffreiche Mahlzeiten.

Vielleicht magst du auch ein natürliches Körper-Öl verwenden (mit einem Tropfen ätherischem Öl deiner Wahl) und deinen Körper in den ersten Tagen damit sanft einreiben und massieren. Nimm deinen unteren Bauch, deinen Schoßraum und deine Gebärmutter bewusst wahr und macht euch wieder miteinander vertraut (so wie bei der Vorbereitung auf den Eingriff). Unterschätze niemals die heilsame Wirkung der Selbstberührung!

Hebe in der ersten Woche nach dem Eingriff keine schweren Gegenstände, geh nicht joggen und mach auch kein hochintensives Training – ein kleiner Spaziergang, sanfte Yogaübungen WENN dein Körper sich fühlt als benötige er ein Stretching … ansonsten nutze diese bewusste Pause, um nach Innen zu spüren und dich (wieder) mit deinem Körper und deiner Gebärmutter zu verbinden. Ich verspreche dir, das wird deinen Genesungsprozess exponentiell beschleunigen :-)

Dekoratives Element: lachsfarbenes Blumenornament als Trenner zwischen einzelnen Abschnitten

Ich hoffe diese kleine Anleitung war hilfreich! Lass mich gerne wissen, was du ausprobiert hast, was gut für dich funktioniert hat (und was nicht) und welche anderen Empfehlungen du vielleicht noch für eine Person hast, die sich auf einen ambulanten, gynäkologischen Eingriff vorbereitet!

Ich würde sie gerne noch hinzufügen, damit wir gegenseitig von unseren Erfahrungen lernen können!

Foto von Kopf und Oberkörper von Lisa Jara, einer weißen, blonden Frau mit Brille in einem türkisfarbenen Spaghetti-Top, das Kinn auf die rechte Hand gestützt, der ganze rechte Arm auf einen hohen Baumstumpf gestützt; das Haar fällt ihr offen über die Schultern während sie fröhlich in die Kamera lächelt; im Hintergrund befinden sich unscharf grüne Büsche und Bäume
Foto von Kopf und Oberkörper von Lisa Jara, einer weißen, blonden Frau mit Brille in einem türkisfarbenen Spaghetti-Top, das Kinn auf die rechte Hand gestützt, der ganze rechte Arm auf einen hohen Baumstumpf gestützt; das Haar fällt ihr offen über die Schultern während sie fröhlich in die Kamera lächelt; im Hintergrund befinden sich unscharf grüne Büsche und Bäume

Lisa Jara

Hi, ich bin Lisa (sie/ihr), feministische Autorin und Wegweiserin für einem Leben im Einklang mit dem eigenen Zyklus und der Natur. Als Zyklus- und Wechseljahresberaterin und Begleiterin durch Umbruchphasen biete ich Frauen und queeren Menstruierenden ganzheitliche Frauen*gesundheit und emotionale Begleitung in allen Lebensphasen.

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