
Wie du fundierte und mutige Entscheidungen triffst – mit deinem Körper und ohne Druck
Jeden Tag müssen wir eine Vielzahl von Entscheidungen treffen, größere und kleinere:
„Was ziehe ich heute an?“, „Gehe ich heute duschen?“, „Was gibt’s es zum Abendessen?“ bis hin zu den großen Fragen wie „Will ich in dieser Beziehung/Freundschaft/diesem Job bleiben?“ oder „Soll ich Zeit und Geld in dieses Haus/Projekt/diese Ausbildung investieren?
[Übrigens spreche ich eigentlich lieber von einer „Wahl“ – was sich meiner Meinung nach viel ermächtigender anfühlt. Denn eine Wahl bedeutet, dass DU WÄHLEN kannst, während „eine Entscheidung treffen müssen“ sich manchmal so gezwungen anfühlt, als säßest du in einer Zwickmühle ;-)]
Da ich insbesondere Frauen und queere Menstruierende bei gesundheitlichen Problemen rund um den Menstruationszyklus und die Wechseljahre, sowie durch schwierige Lebensphasen begleite, sehen Entscheidungen in meiner Welt oft so aus:
„Will ich Hormone nehmen oder versuche ich einen natürlichen Ansatz?“, „Soll ich diesen Eingriff machen lassen oder gibt es eine Alternative?“, „Stelle ich meine eigenen Bedürfnisse an erste Stelle und ziehe diese Grenze (und laufe Gefahr, dass jemand wütend auf mich oder enttäuscht von mir ist) oder stelle ich weiterhin alle anderen über mich selbst?“, bis hin zu „Ist eine Zusammenarbeit mit Lisa der richtige nächste Schritt für mich?“
[Tatsächlich habe ich die untenstehende Audio-Praxis ursprünglich aus genau diesem Grund aufgenommen, um jemandem dabei zu helfen, eine fundierte, informierte und körperorientierte Entscheidung zu treffen, ob ich jetzt gerade die richtige Begleitung bin oder nicht.
Wenn du also gerade überlegst, mit mir zu arbeiten, dann ist dieser Prozess genau der Punkt, an dem du ansetzen solltest! :-)]
Natürlich sind nicht alle unsere täglichen Entscheidungen (über)lebenswichtig, aber gerade die größeren und wichtigeren wollen aus verschiedenen Blickwinkeln und auf verschiedenen Ebenen beleuchtet werden.
Warum ist dein Körper so eine gute Entscheidungshilfe?
Wir wollen Entscheidungen treffen, die gut für uns als ganzheitliches Wesen sind und diese entstehen in der Regel nicht alleine aus dem Verstand heraus – denn unser Körper verfügt über so viel mehr Informationen!
Dein Körper nimmt zu jeder Zeit ALLES auf, das in dir und um dich herum geschieht, ungefiltert, uneingeschränkt. Dein Körper ist nicht durch die Kapazität deines bewussten, denkenden Verstandes begrenzt und kann daher auf eine ganz andere, größere und tiefere, Dimension von Wissen, Erfahrung und Weisheit zugreifen!
Dein Körper ist weise und sollte daher zu Rate gezogen werden – aber wie trifft man körperbasierte Entscheidungen, wenn uns doch von klein auf beigebracht wurde, nur im Kopf zu leben, abgeschnitten von unserem Körper?
Warum es schwierig sein kann, körperbasierte Entscheidungen zu treffen
In unserer modernen Welt, ganz besonders der westlichen Welt, wurden wir mit dem Rationalismus indoktriniert: Der Verstand („ratio“) steht über der Materie, der Kopf über dem Körper, Gedanken über Gefühlen / Emotionen / Empfindungen.
Doch solange wir von unserem Körper getrennt leben, wird es nahezu unmöglich, körperbasierte Entscheidungen zu treffen ;-)
Unsere Körper fühlen sich nicht sicher an
Aus verschiedenen Gründen haben wir gelernt und erfahren, dass unser Körper kein sicherer Ort ist. Das gilt besonders für Frauen und als Frauen sozialisierte oder wahrgenommene Menschen.
Auf weiblichen Körpern wurden Kriege ausgetragen, sie wurden herabgewürdigt, verteufelt, missbraucht und gezwungen, sexualisierte und sexuelle Traumata zu durchleben (persönlich und/oder kollektiv).
Kein Wunder also, dass es sich sicherer anfühlt, zu dissoziieren, die Verbindung zum Körper zu kappen und hauptsächlich in unserem Kopf zu leben.
Unsere Emotionen fühlen sich zu groß an
Die meisten von uns haben außerdem nie gelernt, wie man mit intensiven und schwierigen Emotionen umgeht und sie auf eine Weise raus- bzw. durchfließen lässt, die für uns selbst und andere sicher ist. Einigen wurden ihre Emotionen regelrecht „herausgeprügelt“, sodass selbst etwas wie überbordende Freude zu etwas Gefährlichem wird …
Da sich die Emotionen und die damit einhergehenden Körperempfindungen nicht gerade angenehm anfühlen, ist es verständlicherweise der leichtere Weg, die Verbindung zum Körper zu trennen und damit dem Unbehagen aus dem Weg zu gehen – tatsächlich ist das sogar eine Überlebensstrategie des Nervensystems, auch wenn diese wiederum ihre eigenen Probleme mit sich bringt.
Die starke Intensität und unmittelbare Energie einer emotionalen Welle dauert meist nur etwa 90 Sekunden an, doch in dem Moment, in dem wir mittendrin stecken, scheint es als würde sie nie enden und wir würden darin ertrinken.
Also haben wir gelernt unsere Emotionen zu unterdrücken, sie beiseite zu schieben, sie in uns hineinzufressen – und schleppen nun dieses riesige Lager an eingefrorener Spannung mit uns herum, unvollständige, unausgesprochene und unverarbeitete Momente unseres Lebens, die unseren Körper in einen unangenehmen Ort verwandeln.
Wir haben gelernt, die Signale unseres Körpers zu übergehen und ihnen zu misstrauen
Schon in jungen Jahren lernen wir, die Bedürfnisse unseres Körpers zu übergehen und seinen Signalen zu misstrauen:
Wir sollen unsere Blase kontrollieren (feste Toilettenzeiten in der Schule, Arbeitsplätze an denen der Gang zur Toilette nicht gern gesehen wird …) und die Menstruation verstecken (heimlich ausgetauschte Hygieneartikel und die implizit vermittelte Botschaft, dass wir genauso produktiv sein sollten wie in jeder anderen Phase, während wir in sauberer, weißer Badekleidung fröhlich am Strand herumspringen …).
Schmerz wird bei Frauen und als Frauen gelesenen Personen heruntergespielt und als weniger wichtig/schmerzhaft wahrgenommen, so als sei er ein normaler Teil unserer Existenz und keine Botschaft, und wenn unser Körper Signale sendet („sog. „Symptome“), die das medizinische Fachpersonal nicht richtig deuten kann, wird uns gesagt das sei „alles nur in unserem Kopf“.
In den kapitalistischen Systemen, in denen die meisten von uns leben, wird ein Körper im Prinzip als ein „Ding“ betrachtet, das wir kontrollieren müssen und das auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu funktionieren hat, wie eine Maschine.
Wenn es eine „Fehlfunktion“ hat und nicht so läuft, wie es „sollte“ – zum Beispiel, wenn du krank wirst, ein Burn-out hast, Ängste oder Depressionen erlebst, was eigentlich alles völlig gesunde Reaktionen auf die ungesunden Systeme sind, in denen wir leben – dann versucht unser Medizinsystem, es zu „reparieren“, um seine „Funktion“ wiederherzustellen, damit es so schnell wie möglich wieder ein funktionierendes Rädchen im Getriebe sein kann.
Lass mich dir eins sagen: Dein Körper ist nicht kaputt und muss nicht repariert werden, und Schmerzen sind ganz sicher nicht normal!
Dennoch ist es genau diese konditionierte Trennung vom Körper, die es zumindest anfangs wahrscheinlich schwerer machen wird, körperbasierte Entscheidungen zu treffen, selbst mit Hilfe der untenstehenden Übung.
Schwierigkeiten, die aufkommen, wenn wir körperbasierte Entscheidungen treffen wollen
Du bekommst keine klare Botschaft/Antwort
Manchmal, besonders am Anfang und wenn es noch eine relativ neue Erfahrung für dich ist, dich mit deinem Körper zu verbinden, kann es sein, dass du nicht sofort eine Antwort von ihm bekommst.
Das ist völlig normal und zu erwarten – dein Körper wurde wahrscheinlich noch nie nach seiner Meinung gefragt oder seine Signale wurden ignoriert. Er muss nun erstmal wieder Vertrauen aufbauen, dass er ausdrücken oder zeigen darf, was er braucht, und dass ihm auch wirklich zugehört und er ernst genommen wird.
Wenn du also nicht sofort eine Antwort bekommst, gib dem Ganzen etwas Zeit!
Mache einfach damit weiter die Frage zu stellen, hör hin, vertraue dem Prozess und sei geduldig (ja, ich weiß, wie schwer das sein kann!). Vielleicht offenbart sich deine Antwort/Entscheidung erst, nachdem du die Übung beendet hast, oder heute Nacht in einem Traum, oder morgen beim Abwasch.
Du bekommst eine Antwort und fängst sofort an, daran zu zweifeln
Manchmal wirst du direkt während der Praxis eine Antwort erhalten (eine Art instinktives Wissen) und dann sofort anfangen, sie anzuzweifeln oder abzuwerten. Das bedeutet nicht, dass die Antwort „falsch“ ist!
Ich glaube es ist normal, dass dein Kopf sich meldet und einschreitet, insbesondere wenn du vor einer größeren Entscheidung mit ungewissem Ausgang stehst!
Die oberste Priorität deines Gehirns ist es, dass du sicher bist, nicht (unbedingt) glücklich – daher will es dich vor der Gefahr beschützen, die im Unbekannten des ungewissen Ausgangs lauern könnte. So, wie es dein Gehirn sieht, bist du da, wo du jetzt gerade bist, sicher, daher will es nicht, dass du etwas veränderst (und plötzlich anfängst, auf deinen Körper zu hören).
Wenn dein Kopf die Entscheidung also anzweifelt, ist das völlig okay. Schau, ob du deinen Kopf beruhigen und dich wieder mit deinem Körper verbinden kannst, um herauszufinden, was dein Körper dazu zu sagen hat und ob sich dadurch etwas an der Antwort ändert.
Du bekommst eine Antwort, bist dir aber nicht sicher, ob sie nicht trotzdem vom Verstand kommt
Wenn du eine Antwort erhältst, aber nicht entziffern kannst, ob die Entscheidung wirklich von deinem Körper kommt oder es doch nur wieder dein Verstand ist, der sich getarnt hat, empfehle ich dir, die untenstehende Übung mehrmals zu wiederholen, an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten.
Beobachte, was sich an der Antwort verändert (oder auch nicht), wenn du das tust.
Eins ist mir wichtig:
Ich möchte, dass du verstehst, dass keiner dieser Anteile – das Zögern, die Zweifel, die Angst – irgendetwas über dich oder deine Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, aussagt. Sie bedeuten nicht, dass deine Antwort „Nein“ sein sollte, sie zeigen lediglich, dass diese Frage oder Entscheidung tiefgründiger und vielschichtiger ist.
Alle diese Anteile sind im Prozess der Entscheidungsfindung willkommen (auch wenn sie nicht unbedingt angenehm sind)!
Wann du den folgenden Prozess anwenden kannst
Natürlich rate ich dir nicht, den ganzen Prozess für jede kleinste Alltagsentscheidung zu nutzen. Er ist aber hilfreich für die größeren Entscheidungen, wie medizinische Eingriffe oder Behandlungen durchführen zu lassen, eine Beziehung einzugehen oder sie zu verlassen oder eben in die Begleitung durch jemanden wie mich zu investieren (was am Ende eh eine Investition in dich, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden ist).
Und egal, wofür du dich am Ende entscheidest, mir ist wichtig, dass du eine fundierte und informierte Entscheidung triffst. Dass du das Für und Wider, die Chancen und Risiken für jede Entscheidungsoption kennst – denn es gibt keine „gute“ oder „schlechte“ Wahl, jede Option bringt ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich!
Nehmen wir das umstrittene Beispiel von „externen Hormonen“ (wie die Antibabypille oder Hormonersatztherapie in den Wechseljahren):
Auch wenn ich die Einnahme von externen, künstlichen (auch bioidentischen) Hormonen persönlich nicht befürworte, würde ich niemanden für diese Entscheidung verurteilen, denn es kann wirklich gute Gründe dafür geben, sie zu nehmen.
Wenn ein*e Klient*in in den Wechseljahren nur mit Hilfe von Progesteron-Gel schlafen kann, dann ist es mir hundertmal lieber, die Person bekommt eine Mütze voll Schlaf. Denn das bedeutet, dass der Körper seine Reparatur-, Wartungs- und Heilungsprozesse durchlaufen kann, anstatt aufgrund des Schlafmangels übermäßig viele Stresshormone zu produzieren.
Oder wenn ein*e Klient*in mit starker und schmerzhafter Periode, Myomen und anderen Beschwerden sich dazu entscheidet, die Antibabypille zu nehmen, damit sie das nicht mehr so intensiv Monat für Monat durchleben muss, dann ist das für mich absolut nachvollziehbar.
Alles, was mir wichtig ist und was ich empfehle, ist dass wir gleichzeitig damit beginnen, den Körper auf natürliche Weise zu unterstützen (durch Übungen zur Tiefenentspannung, Stimulation des Lymphsystems, Aktivierung des körpereigenen Medizinschränkchens usw.), damit die externen Hormone irgendwann vielleicht nicht mehr nötig sind oder in geringeren Dosen ausreichen.
Und auch wenn wir hier von körperbasierten Entscheidungen sprechen, glaube ich, dass es wichtig ist, dass auch der Kopf, unser Verstand, mit an Bord ist, zumindest zu einem gewissen Grad. Wie ein sehr weiser Professor der Psychologie mal im Unterricht zu uns sagte:
„Um eine gute Entscheidung zu treffen, sammle zuerst alle Informationen, die du darüber kriegen kannst, alle Vor- und Nachteile – und dann triff die Entscheidung aus dem Bauch heraus!“ :-)
Wie machen wir das jetzt also?
Wie du eine körperbasierte Entscheidung triffst:
1. Werde dir über die anstehende Entscheidung klar
Überlege, welche Art von Entscheidung du triffst:
Was ist deine aktuelle Situation? Was ist die Herausforderung? Was sind die Chancen oder Möglichkeiten, auf die du dich zubewegen willst?
Sei so genau wie möglich und durchdenke die verschiedenen Optionen, für die du dich entscheiden kannst. Manchmal ist es eine klassische Ja-oder-Nein Entscheidung („Will/Soll ich Hormone nehmen?“, „Will/Soll ich den Eingriff machen lassen?“) und manchmal gibt es mehrere Optionen, für die du dich entscheiden kannst („Will/Soll ich erstmal abwarten, den Eingriff durchführen lassen oder mit Lisa arbeiten?“).
Es ist wichtig für den weiteres Prozess, dass du dir bewusst bist, welche Optionen dir zur Verfügung stehen, insbesondere für die Audio-Praxis zu körperbasierten Entscheidungen.
Hinweis:
Manchmal gibt es so viele Optionen, dass das alleine schon überfordert. Das kann daran liegen, dass dein Gehirn versucht, sich gleichzeitig durch jede erdenkliche Möglichkeit zu denken. In diesem Fall schlage ich vor, dass du direkt zur Audio-Übung runterscrollst und sie nutzt, um mit Hilfe deines Körpers herauszufinden, was genau die Entscheidung ist, die gerade ansteht.
2. Stelle Fragen zu der Entscheidung und ihren Optionen
Sobald du (mehr) Klarheit darüber hast, welche Art von Entscheidung vor dir liegt und welche Optionen und Möglichkeiten dir offenstehen, fange an Fragen zu stellen, um die Entscheidungsoptionen und ihre Vor- und Nachteile aus verschiedenen Blickwinkeln zu erforschen.
Das wird dir aufzeigen, wo deine Informationen vielleicht noch lückenhaft sind bzw. welche Informationen du noch sammeln musst, damit dein Kopf/Verstand sich entspannen und eine informierte und fundierte Entscheidung treffen kann.
Es kann sogar sein, dass die Fragen selbst dir schon eine gewisse Klarheit über die Entscheidung bringen und dir helfen, einige der möglichen Optionen auszuschließen. In jedem Fall wird das Fragenstellen deinem Verstand versichern, dass du die Sache wirklich gut „durchdacht“ hast ;-)
Fragen, die du stellen könntest (diese Liste ist alles andere als vollständig, aber nutze sie gerne als Startpunkt und Inspiration):
- Warum will ich diese Entscheidung treffen, warum ist sie wichtig?
- Warum will/muss ich diese Entscheidung GERADE JETZT treffen?
- Was erhoffe ich mir davon, wenn ich mich für Option A / B / C etc. entscheide?
- Welche Fakten habe ich über die verschiedenen Optionen, die mir zur Verfügung stehen?
- Verstehe ich im Detail, was jede Entscheidungsoption bedeutet? Was wird geschehen bzw. was sind die nächsten Schritte, wenn ich mich für Option A entscheide? Was wird geschehen bzw. was sind die nächsten Schritte, wenn ich mich für Option B entscheide? Was wird geschehen bzw. was sind die nächsten Schritte, wenn ich mich für Option C entscheide? etc.
- Wie würde/könnte mein Leben aussehen, wenn ich Option A wähle? Wie würde/könnte mein Leben aussehen, wenn ich Option B wähle? Wie würde/könnte mein Leben aussehen, wenn ich Option C wähle? etc.
- Was hoffe ich, das geschieht, wenn ich mich für Option A entscheide? Ist es wahrscheinlich/möglich, dass dies oder etwas Ähnliches passiert? (frage dich das für jede Option)
- Bin ich bereit, [DIESES] Risiko einzugehen, ohne zu wissen, ob es so klappt, wie ich es mir vorstelle?
- Wie werde ich mich (hoffentlich) fühlen, wenn ich mich für Option A / B / C entscheide?
Vielleicht musst du diese Fragen einige Male durchlaufen, um dir all die verschiedenen Facetten aller möglichen Optionen anzusehen, die mit dieser Entscheidung einhergehen.
Nimm dir Zeit!
3. Sammle alle relevanten Informationen/Fakten
Beginne nun zusammenzutragen, welche Fakten du hast oder noch benötigst. Schreibe die verschiedenen Optionen auf, die dir zur Verfügung stehen und was du jeweils alles über sie weißt, ihre Vor- und Nachteile, ihre Chancen und Herausforderungen.
Wo musst du noch mehr/genauer recherchieren? Wen kannst/musst/willst du um Unterstützung bitten? Wer kann dir mehr über die verschiedenen Optionen erzählen? Wer hat bereits eine ähnliche Entscheidung treffen müssen?
Auch wenn du eine körperbasierte Entscheidung treffen willst, sollte sie dennoch durch deine eigene Recherche und gesammelte Fakten gestützt sein (und wenn das nur der „Fakt“ ist, dass es keine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis gibt).
So stellst du sicher, dass dein Kopf/Verstand mit an Bord ist und dass dein Körper aus einer informierten und fundierten Position heraus in die Entscheidung hineinspüren kann – für eine bewusste Entscheidung ohne Druck.
4. Beruhige deinen Verstand, verbinde dich mit deinem Körper und spüre hinein
Ich weiß, dass es bereits eine Herausforderung sein kann, den deinen Kopf zu beruhigen. Der schnellste, einfachste und zuverlässigste Weg, um das ständige Geplapper der Gedanken etwas in den Hintergrund treten zu lassen und mit deinem Körper im Hier und Jetzt präsent zu werden, ist die Aktivierung deines Vagusnervs.
Der Vagusnerv ist der wichtigste Nerv für Entspannung im Körper und dient als eine Art Super-Autobahn von deinem Gehirn durch alle wichtigen Organe bis hinunter in den Darm und sogar zum Muttermund (falls du einen hast).
Wenn du den Vagusnerv in deinem Körper physisch stimulierst, signalisiert das deinem Gehirn, dass du und dein Körper sicher seid und dass es sich entspannen darf.
Versuche zum Beispiel zu summen. Das aktiviert den Vagusnerv, der an Kehle und Nacken vorbei nach unten läuft, und hat mit seiner sanften Vibration eine beruhigende Wirkung auf deinen ganzen Körper und dein Nervensystem!
[Kinder machen das noch ganz instinktiv, um sich zu beruhigen oder sich einfach um ihr Nervensystem zu kümmern, während sie essen, malen etc. – leider wurde uns diese wunderschöne, heilsame Praxis auf dem Weg zum Erwachsenwerden oft abtrainiert …]
Das Summen wird auch weltweit in indigenen Kulturen für Meditationen und Trancezustände genutzt, da es uns auf natürliche Weise mit unserem Körper verbindet, der immer nur im gegenwärtigen Moment lebt.
Wenn das Geplapper deiner Gedanken langsam in den Hintergrund tritt, beginne dich mit den verschiedenen Teilen deines Körpers zu verbinden – bringe deine Aufmerksamkeit in deine Zehen, Füße, Knöchel, den ganzen Weg hoch bis in Schulter und Nacken, Kopf und Gesicht. Beobachte, was in diesem Moment gerade in dir präsent ist, ohne es zu bewerten.
Dann spüre in die verschiedenen Optionen hinein.
Stell dir vor du entscheidest dich für eine Option (z.B. „Ja“, wenn es eine Ja/Nein-Frage ist) und beobachte, was dabei in deinem Körper geschieht.
Lehnt sich dein Körper nach vorne oder zieht er sich zurück? Fühlt er sich offen und weit an, oder angespannt und zusammengezogen? Was möchte dein Herzraum dich wissen lassen? Was möchte dein Schoßraum bzw. deine Gebärmutter dich wissen lassen?
Nimm es einfach wahr, bedanke dich bei deinem Körper für die Information und komme in den gegenwärtigen Moment zurück.
Dann stell dir vor, dass du dich für eine andere Option entscheidest (z.B. „“Nein“, wenn es eine Ja/Nein-Frage ist) und beobachte, was diesmal in deinem Körper geschieht.
Lehnt sich dein Körper nach vorne oder zieht er sich zurück? Fühlt er sich offen und weit an, oder angespannt und zusammengezogen? Was möchte dein Herzraum dich wissen lassen? Was möchte dein Schoßraum bzw. deine Gebärmutter dich wissen lassen?
Nimm es einfach wahr, bedanke dich bei deinem Körper für die Information und komme in den gegenwärtigen Moment zurück.
Wenn es noch weitere Optionen gibt, führe den gleichen Prozess fort bis du in jede Option hineingespürt hast.
Wenn du fertig bist und dich wieder im gegenwärtigen Moment mit deinem Körper verbunden hast, beginne, die Praxis abzuschließen.
Lege eine Hand auf dein Herz und eine Hand auf deinen Bauch (oder wo auch immer es sich gut für dich anfühlt), bedanke dich bei deinem Körper und frage: „Körper, was möchtest du mich jetzt noch wissen lassen?“
Höre einfach zu, was hochkommt.
Tipp: Nimm dir Zeit zu verarbeiten, was sich für dich gezeigt hat. Vielleicht ist die Entscheidung klar, vielleicht nicht. Was hat dein Körper dir mitgeteilt?
Vielleicht musst du noch einmal einen Schritt zurückgehen, weitere Fragen stellen und mehr Informationen sammeln. Vielleicht möchtest du die Übung an einem anderen Tag (oder an verschiedenen Tagen) noch einmal machen. Vielleicht musst du die Erkenntnisse einfach noch ein bisschen sacken lassen.
Wiederhole den Prozess des Verbindens und Fragens so oft, bis du das Gefühl hast, dass Körper, Herz, Verstand und Seele alle im Reinen mit der Entscheidung sind (übrigens gibt es manchmal keine 100%ig klare Antwort/Entscheidung – es ist völlig in Ordnung, wenn du nur zu 80% klar bist, der Entscheidung folgst und sie einfach ausprobierst. Es gibt nur sehr wenige Entscheidungen im Leben, die du nicht später noch ändern oder anpassen könntest)!
Audio-Praxis „Körperbasierte Entscheidungen“
Ich habe eine 15-minütige Audio-Praxis aufgenommen, die dir dabei helfen soll Entscheidungen zu treffen, die sich in Körper, Herz, Verstand und Seele stimmig für dich anfühlen.
Nachdem du also alle relevanten Infos und Fakten gesammelt hast, suche dir einen ruhigen, gemütlichen Ort, um auf die Weisheit deines Körpers zuzugreifen und die Entscheidung aus dem Bauch heraus zu treffen:
Abschließende Gedanken
Es gibt einen Grund, warum ich es eine PRAXIS für körperbasierte Entscheidungen nenne, denn genau das ist es – es ist eine Praxis, es erfordert Übung und die Anwendung im echten Leben und wird nicht jedes Mal perfekt funktionieren, wenn du es versuchst!
Wie ich oben schon erwähnt habe, wurden wir nicht gerade dazu ermutigt, in Verbindung mit unserem Körper zu leben, auf ihn zu hören und seine Hinweise und Signale ernst zu nehmen. Die meisten von uns werden also anfangs erstmal üben müssen, sich mit dem eigenen Körper zu verbinden und sich auf ihn einzustimmen.
Es ist ein Prozess und jeder Prozess ist chaotisch, daher ist es völlig in Ordnung und normal, wenn es sich anfangs schwierig anfühlt. Es wird einige Zeit brauchen, bis du die Botschaften deines Körpers verlässlich verstehst.
Das „Geheimnis“ liegt darin, die Fragen immer wieder zu stellen und auf eine Antwort zu lauschen. Und darauf zu vertrauen, dass diese irgendwann kommen wird, zu ihrer eigenen Zeit!

Du bist dran: Hast du Fragen zu dem, was ich geteilt habe?
Was an der Praxis hat gut für dich funktioniert, was hat nicht so gut funktioniert?
Gibt es etwas, das ich tun kann, um die Praxis zu verbessern?
Ich würde mich mega freuen, von dir zu hören, schreib mir zum Beispiel eine E-Mail! :-)


Lisa Jara
Hi, ich bin Lisa (sie/ihr), feministische Autorin und Wegweiserin für einem Leben im Einklang mit dem eigenen Zyklus und der Natur. Als Zyklus- und Wechseljahresberaterin und Begleiterin durch Umbruchphasen biete ich Frauen und queeren Menstruierenden ganzheitliche Frauen*gesundheit und emotionale Begleitung in allen Lebensphasen.
Buche eine Beratung Frauen*gesundheit & Wohlbefinden, triff mich für ein tiefgründiges Gespräch oder bleibe über meine wöchentlichen, persönlichen E-Briefe Mon(d)tagsgedanken in Kontakt :-)!