„Es ist okay“ – mein Lieblingsmantra, um mich zu beruhigen, das ich mir jedes Mal sage, wenn ich mich festgefahren fühle, weil meine Pläne nicht funktionieren, wie ich es gerne hätte oder wenn intensive Gefühle hochkommen …

Nicht um irgendetwas in Ordnung zu bringen, nicht damit es weggeht, ich sage es einfach, damit die Dinge so sein können, wie sie jetzt gerade sind, in diesem Moment, und um anzuerkennen, dass das okay ist.

Ich will damit nicht sagen „denk einfach einen positiven Gedanken und alles wird gut“, definitiv nicht! Ich weiß nur aus eigener Erfahrung, dass es niemandem hilft, am allerwenigsten mir selbst, wenn sich meine Gedanken anhören wie „Ich bin so eine schlechte Person, dass ich wegen so was ausflippe, ich sollte es besser wissen/tun/mich verhalten, ich fühle mich total verloren und weiß nicht, was ich tun soll“.

Daher lasse ich es okay sein. Es ist okay sich manchmal vollkommen verloren zu fühlen und undankbar zu sein. Es ist okay, dass ich mich manchmal auf eine Art und Weise verhalte, auf die ich mich nicht verhalten will, doch es passiert und es ist okay, ich kann daraus lernen.

Ich habe herausgefunden, dass diese Art der Selbstannahme in meinem Körper einen erleichterten Seufzer auslöst. Und dann ist es mir auch möglich hineinzuspüren, was als nächstes geschehen soll.

Daher ist dies eine kleine Erinnerung an mich selbst, vielleicht hilft es auch dir:

Es ist okay, Schatz, es ist okay menschlich zu sein!

Es ist okay, zuweilen undankbar zu sein, dich wie ein*e Versager*in zu fühlen, völlig überfordert zu sein mit der Gesamtsituation oder von den kleinen Dingen des Lebens.

Es ist okay wütend auf die Welt zu sein und wütend auf dich selbst, es ist okay mit der*dem Partner*in zu streiten oder frustriert zu sein und deine Kinder anzuschreien, auch wenn du es eigentlich nicht willst – es ist wie es jetzt gerade ist und okay, ein Mensch zu sein.

Es ist okay alles in Frage zu stellen, sogar in Frage zu stellen was zur Hölle du gerade mit deinem Leben machst und warum du nicht schneller vorankommst. Es ist okay Angst zu haben Rückschritte zu machen.

Es ist okay wenn deine Stimmung von einer Sekunde auf die andere von den höchsten Höhen in die tiefsten Tiefen fällt, auch wenn es augenscheinlich keinen Grund dafür gibt.

Es ist okay wenn du keinen Bock mehr auf die Nachrichten hast, keinen Bock mehr auf die Aufgaben auf deiner To-Do Liste, wenn deine To-Do und To-Be Liste scheinbar immer länger wird mit jedem Element, das du abhakst.

Es ist okay dich wie ein*e Versager*in zu fühlen, als ob du nirgendwo dazugehörst, dich einfach hinzusetzen und zu heulen.

Es ist okay das Gefühl zu haben, dass du dieses komische Ding namens „Leben“ einfach nicht hinbekommst – die Wahrheit ist, dass jede Person nur hindurchstolpert, egal wie sehr sie dich glauben lassen möchte, dass sie Ahnung davon hat.

Es ist okay dich verzweifelt zu fühlen, weil du nicht weißt, was du dir vom Leben eigentlich wünschst, in welche Richtung du gehen möchtest, traurig über den Zustand der Welt, zu denken, dass du alle enttäuschen würdest, am allermeisten dich selbst.

Es ist okay dich deiner Situation ausgeliefert zu fühlen, frustriert zu sein, dass die Dinge nicht so laufen, wie du geplant hattest.

Es ist okay, du bist okay, es ist nichts falsch an dir. Es ist okay menschlich zu sein!

Das bedeutet nicht, dass die Dinge so bleiben müssen, wie sie gerade sind, es bedeutet nicht, dass du ein schlechter Mensch bist, es bedeutet nicht, dass du jetzt gerade dringend irgendetwas tun musst – es ist okay, dass die Dinge jetzt gerade so sind, wie sie sind. Denn nur dann können wir uns für eine andere Zukunft öffnen.

Solange wir uns wünschen, dass die Dinge anders sind als sie sind, solange wir nicht annehmen, was jetzt gerade geschieht, wehren wir uns und treiben uns an, kämpfen dagegen an und das führt zu Leiden – allerdings nur für uns selbst.

Und es ist völlig okay Widerstand zu spüren! Es ist okay die ganze Bandbreite unserer menschlichen Emotionen zu fühlen.

Es ist okay wenn deine Gedanken wild in alle Richtungen gehen, wenn Ängste hochkommen, es ist unangenehm, aber es ist okay. Du bist stark und du kannst dich selbst hindurchführen.

Und es war vielleicht nicht die Art, wie du dich verhalten wolltest, aber es ist so geschehen und es ist okay. Du kannst daraus lernen.

Ohne die tiefsten Tiefen wissen können wir die höchsten Höhen nicht wertschätzen. Und es ist okay du selbst zu sein, an welchem Punkt du auch gerade stehst und das zu fühlen, was du genau in diesem Moment fühlst.

Ich liebe dich!